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Leben mit Selbstzweifeln

Wohl jede*r hat schon eine kritische Stimme in sich gehört, die sie*ihn an den eigenen Fähigkeiten oder Entscheidungen zweifeln lässt – egal wie alt wir sind und welche Erfolge wir schon hatten. Irgendwie scheinen sie zum Leben dazuzugehören. Was würde es bedeuten, Selbstzweifel nie zu empfinden? Würden wir uns dann überhaupt noch weiterentwickeln?

Entscheidend ist also vielleicht nicht, dass es sie gibt, sondern wie viel Raum sie in unserem Leben einnehmen.

Wie entwickeln sich Selbstzweifel?

Selbstzweifel entwickeln sich in Beziehungen – dort, wo wir lernen, wie wir sein müssen, um dazuzugehören und gemocht zu werden.

Wenn wir zum Beispiel als Kind die Erfahrung machen, dass bestimmte Seiten an uns auf Widerspruch stoßen, beginnen wir uns selbst zu prüfen: Bin ich zu laut? Bin ich zu sensibel? Bin ich zu faul?

Schutz vor Ablehnung

Selbstzweifel können also besonders dann auftreten, wenn wir uns vor Ablehnung oder Kritik fürchten. Wenn wir sie aus dieser Perspektive betrachten, könnten wir uns fragen: Wovor möchten mich die Selbstzweifel schützen oder wovor haben sich mich früher einmal versucht zu schützen?

Ausnahmen entdecken

Selbstzweifel können mal auftauchen – und auch wieder gehen. Selbstbeobachtung, wann sie besonders laut sind, kann zu mehr Verständnis führen. Und da, wo es bereits Ausnahmen gibt, kann schon eine Lösung liegen: Wann schaffe ich es, sie etwas leiser werden oder sogar ziehen zu lassen? Und was ist dann anders – in welchen Situationen bin ich, welche Menschen sind um mich herum, was mache ich anders?

„Ich bin viele“

In uns gibt es nicht nur den Selbstzweifel, sondern viele Anteile. Da könnte es zum Beispiel auch noch eine Neugierde geben, eine*n Antreiber*in, einen Mut … Es kann gut tun, in Momenten, in denen sich die Selbstzweifel zu Wort melden, bewusst auch andere Anteile zu befragen.

Ein Beispiel: Maria steht vor einer wichtigen beruflichen Entscheidung. Will sie eine Beförderung annehmen oder im gewohnten Umfeld bleiben. Die Selbstzweifel kreisen in ihrem Kopf: Bin ich überhaupt gut genug für die neuen Aufgaben, das schaff ich ja nie, und auch die neuen Kolleg*innen kenne ich nicht, werden die mich mögen? Die Selbstzweifel scheuen sich vor einer möglichen Ablehnung.
Aber dann könnte sich Maria entscheiden, auch ihren anderen Anteilen zuzuhören: Was würde ihre Neugierde zu der anstehenden Entscheidung sagen? Oder ihre Antreiberin? Maria kann so bewusst die innere Führung übernehmen und bestimmen, wie viel Raum der Selbstzweifel und ihre anderen Anteile bekommen.

Mini-Experimente

In unserem Alltag können wir – auch mit Hilfe dieser anderen Anteile – kleine Experimente wagen. Wie fühlt es sich an, einen Wunsch zu äußern, auch wenn ich Unsicherheit spüre? Wie reagieren andere auf mich, wenn ich heute meinem Mut-Anteil mehr Raum gebe?

Aber: Wenn Selbstzweifel sehr hartnäckig sind oder stark einschränken, kann es gut tun, professionelle Unterstützung zu haben. Niemand muss damit alleine bleiben.

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