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Selbsthilfe-Rucksack bei Angst

Angst ist eine jener Emotionen, die viele als etwas stark Unangenehmes und Einschränkendes beschreiben würden. Und das, obwohl Angst eine sehr wichtige Funktion für uns Menschen hat: Sie beschützt uns vor Gefahren. Manchmal ist diese Gefahr aber gar nicht mehr erkennbar oder steht nicht in Relation zu der Stressreaktion. Dann erleben wir Angst als einnehmend oder körperlich bedrohlich.

Wenn sich Angst so intensiv anfühlt, heißt es in der Psychotherapie zuallererst: Wir begeben uns auf Spurensuche. Welche Situationen oder Verhaltensweisen setzen in unserem Körper diese Stressreaktion in Gang? Vor was könnte uns die Angst schützen wollen oder warum glaubt sie, uns schützen zu müssen?

Wenn wir Antworten finden, kann sich die Angst schon ein Stück weit weniger bedrohlich anfühlen – denn wir beginnen, der Angst zuzuhören und sie zu verstehen.

Gleichzeitig finden wir in der Psychotherapie Strategien, mit der Angst umzugehen. Ich stelle mir dafür gerne einen imaginären Rucksack vor, den wir mit uns tragen. In ihn packen wir Dinge, von denen wir wissen, dass sie uns gut tun, wenn wir Angst empfinden. Das kann sein, Musik zu hören, unseren Fokus auf ein Rätsel zu lenken oder bewusst ein- und auszuatmen. Jede Person packt andere Strategien in ihren Rucksack – eben die, die zu ihr passen. In den Therapiegesprächen finden wir weitere Tools, die wir in unseren imaginären Selbsthilfe-Rucksack packen.

Am Ende ist der Rucksack hoffentlich reichlich befüllt – und wird möglicherweise immer seltener gebraucht, weil die Angst sich nicht mehr ganz so einnehmend anfühlt.

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