Wer beginnt, eine passende Psychotherapeut*in zu suchen, stößt auf so manche Fachbegriffe und unterschiedliche Therapieschulen. Vier Tipps, die als Leitfaden bei der Suche hilfreich sein können:
1. Vier Psychotherapie-Cluster geben Orientierung.
In Österreich sind 23 Psychotherapie-Verfahren anerkannt. Sie lassen sich in vier Cluster, also Gruppen teilen. Die Gruppen beschreiben, dass die darin zusammengefassten Therapieschulen ein gewisses Menschenbild und bestimmte Theorien miteinander verbinden:
Systemisches Cluster
Fokus liegt nicht nur auf ein Problem, sondern auch auf den Kontext, also wann und wie und in welchen Beziehungen das Problem auftritt.
Warum? Beziehungen beeinflussen unser Verhalten und Fühlen. Probleme sind oft das Ergebnis von Mustern, die im Zusammenspiel mit anderen entstehen. Indem man diese Zusammenhänge versteht, können Lösungen entwickelt werden.
Meine Therapierichtung, die Systemische Therapie, ist diesem Cluster zuzuordnen. Mehr darüber können Sie hier lesen.
Verhaltenstherapie-Cluster
Fokus auf Verhaltensweisen und deren Veränderung.
Warum? Psychische Probleme werden als erlernt betrachtet und können demnach auch Schritt für Schritt verändert werden.
Humanistisches Cluster
Fokus auf die Entdeckung eigener Potenziale und Selbstverwirklichung.
Warum? Überzeugung, dass Ressourcen in jedem von uns bereits vorhanden sind – es gilt sie zu entdecken und zu erweitern.
Tiefenpsychologisches Cluster
Fokus liegt auf unbewusste Prozesse, Erfahrungen und Konflikte in der Kindheit.
Warum? Echte Veränderung erscheint erst möglich, wenn die tief liegenden Ursachen verstanden wurden.
Vielleicht spüren Sie bei dem einen oder anderen Cluster eine gewisse Neugierde aufkommen? Dann lohnt es sich, die Therapierichtungen dieser Cluster unter die Lupe zu nehmen: Hier finden Sie eine hilfreiche Zusammenfassung vom Ministerium als PDF.
Sie werden merken: Manche Unterschiede sind offensichtlicher, andere sind schwerer zu erkennen. Denn oft sind es eher theoretische Fragestellungen und Theorien, die die Therapierichtungen unterscheidet. Jede Therapierichtung fußt auf den selben wissenschaftlichen Erkenntnissen.
2. Darauf sollten Sie beim psychotherapeutischen Erstgespräch achten.
Studien zeigen, dass der wichtigste Wirkfaktor der Psychotherapie die Beziehung zwischen Klient*in und Therapeut*in ist.
Wenn Sie sich also fragen, welche Psychotherapie zu Ihnen passt, sollten Sie beim Erstgespräch auf Ihr Bauchgefühl hören: Da, wo Sie sich wohlfühlen, werden Sie wahrscheinlich am meisten von der Psychotherapie profitieren.
Immerhin geht es in der Therapie darum, sehr persönliche Erfahrungen und Gedanken zu teilen. Um das zu können, ist es wichtig, sich gut aufgehoben zu fühlen.
3. Psychotherapie ist ein offener Raum für all Ihre Themen.
Generell ist die Ausbildung zum*zur Psychotherapeut*in so gestaltet, dass sämtliche Tools und Wissen erworben werden, um auch mit jedem Thema arbeiten zu können. Manche Therapeut*innen schließen dennoch aus, mit dem einen oder anderen Thema zu arbeiten, oder spezialisieren sich auf eine ganz bestimmte Zielgruppe.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein*e Therapeut*in mit Ihrem Anliegen arbeiten würde, fragen Sie am besten vorab nach! Meine Themen-Schwerpunkte können Sie hier nachlesen. Grundsätzlich schaffe ich aber einen offenen Raum für all Ihre Themen.
4. Welche Rahmenbedingungen sind wichtig?
Vielleicht denken Sie, über bestimmte Themen offener mit einem Mann*, einer Frau* oder einer non-binären Person sprechen zu können, bei einer eher jüngeren oder älteren Person?
Oder es gibt andere Rahmenbedingungen, die für Sie wichtig sind, um sich in der Psychotherapie wohlzufühlen.
Wie hoch darf das Honorar sein, um sich eine regelmäßige Therapiefrequenz leisten zu können (zu Beginn sollte dies am besten wöchentlich möglich sein)? Und wo sollte die Praxis liegen, um die Therapietermine gut in Ihren Alltag integrieren zu können? Die Preisspanne und die Terminverfügbarkeit sind bei den Psychotherapeut*innen sehr variabel.
Kostenlose Krankenkassenplätze sind leider stark kontingentiert und oft mit Wartezeiten verbunden. Informationen darüber erhalten Sie hier: WLP und VAP.

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